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Verhalten bei Wildunfall – was ist zu tun?

Elche in Brandenburg: Wildunfälle
Wie sollte man sich nach einem Wildunfall verhalten?

Im Herbst werden die Tage kürzer, das Wild ist vermehrt unterwegs. Allein in Brandenburg wurden dieses Jahr bereits drei Elche gesichtet. In den vergangenen vier Jahren meldete die Landesforstanstalt Eberswalde 20 Sichtungen dieser Tiere in der Region. Die Tiere befinden sich jedoch nur auf Wanderung durch Deutschland, so die Experten. Erst kürzlich wurde auf der A12 bei Fürstenwalde ein toter Elch gefunden, der offenbar angefahren und anschließend liegen gelassen wurde. Demnächst wird man ihn als Exponat im Naturkundemuseum Potsdam besichtigen können. Aber auch in Berlin kommt es häufig zu einem Zusammenstoß mit Wild. So finden sich kleinere Wildtiere wie Füchse, Marder und Hasen in der Großstadt wieder und können in der dunklen Jahreszeit vermehrt Ursache für Unfälle sein.

 

Wildunfälle – eine häufige Unfallursache?

Zwischen 17 Uhr abends und 8 Uhr morgens ist das Wild besonders aktiv. Es ist dunkel, die Sicht ist reduziert und die Tiere sind schlecht zu sehen. Vor allem an Waldgrenzen und entlang der Feldränder ist also Vorsicht geboten. Aber auch an bekannten Pfaden der Tiere und an neu gebauten Straßen, die durch den Wald führen, sollte besonders Acht gegeben werden. Das Statistische Bundesamt zählt jährlich mehr als 200.000 Wildunfälle. Das sind 5 Prozent aller Straßenverkehrsunfälle in Deutschland. Somit stellen Wildunfälle eine große Gefahr für den Straßenverkehr dar.

Wie schütze ich mich vor einem Wildunfall?

Ein Wildunfall kann nicht nur für das Tier einen tödlichen Ausgang haben. Bei Wildunfällen kommen rund 2.500 Menschen im Jahr zu Schaden, 10 bis 20 Prozent der Unfälle endlich sogar tödlich. Um solch einen Ausgang zu vermeiden, sollten Autofahrer gerade abends nicht zu schnell fahren und den Blick nicht nur auf die Fahrbahn, sondern auch nach rechts und links richten. Natürlich gibt auch die entsprechende Beschilderung einen Hinweis auf die vermehrte Gefahr eines Wildunfalls. Empfehlenswert ist weiterhin bei Tag zu fahren, solange es hell ist. Sollten Wildtiere in Sichtweite sein, sollten Autofahrer die Fahrgeschwindigkeit deutlich reduzieren. Wenn möglich, empfiehlt es sich sogar ganz abzubremsen und abzuwarten, bis das Wild wieder in den Wald verschwunden ist. Außerdem sollte das Fernlicht ausgeschaltet werden, um die Tiere nicht unnötig zu blenden. Auch das Hupen hilft, damit sich das Tier schnell von der Straße bewegt. Aber Achtung, einem Wildtier könnten weitere Tiere folgen.

Der Wildunfall ist unvermeidbar – wie verhalte ich mich?

Ist der Wildunfall unvermeidbar, kann das richtige Verhalten bei einem Wildunfall Leben retten. Die Vollbremsung ist dabei das beste Mittel. Dabei muss das Lenkrad gut festgehalten werden. Von einem unkontrollierten Ausweichen ist unbedingt abzuraten, da dies im Vergleich zu dem kontrollierten Zusammenprall deutlich gefährlicher ist. Kommt das Fahrzeug ins Schleudern, kann es in den Gegenverkehr geraten oder gegen den Baum fahren. Aber Vorsicht, bei Kleintieren auf der Fahrbahn, wie dem Igel oder einem Hasen, sollte lieber keine Vollbremsung erfolgen, sofern andere Autos dicht hinter einem fahren. Bei einem Aufprallunfall würde dies im schlimmsten Fall eine verbotene grundlose Vollbremsung darstellen.

Warndreieck aufstellen und Unfallstelle sichern

Nach dem Unfall muss umgehend das Warndreieck aufgestellt und die Unfallstelle gesichert werden. Gibt es Verletzte, sollten diese versorgt und der Notruf 112 verständigt werden. Auch die Polizei und in den meisten Bundesländern der örtliche Jäger sind zu informieren. Mitgenommen werden dürfen verendete Tiere nicht, da man sich sonst der Wilderei strafbar macht. Um das Tier wegzuschaffen, wollte es nur mit Handschuhen angefasst werden, da sonst Infektionsgefahr mit Krankheiten wie der Tollwut besteht. Verletzte Tiere werden besser in Ruhe gelassen, da sie sonst aggressiv reagieren könnten.     

Wildunfall – wer zahlt?

Neben dem richtigen Verhalten bei einem Wildunfall ist die Frage nach dem Ersatz der Unfallkosten wichtig. Für die Versicherung muss man sich den Wildunfall von der Polizei oder dem Jäger bestätigen lassen. Beschädigungen an der Leitplanke übernimmt die eigene Haftpflichtversicherung. Die Schäden am eigenen Kfz zahlt die Kaskoversicherung. Bei einer Teilkaskoversicherung sind jedoch Schäden durch Haarwild ausgenommen. Bei Schwierigkeiten oder Unstimmigkeiten mit der Versicherung nach einem Wildunfall, aber auch in anderen Fällen, erstellt SV PICO Ihnen gerne das notwendige Sachverständigengutachten.

Quellen: Märkische Allgemeine, ADAC, TÜV-Nord

Foto: © svenaw / Adobe Stock

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